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Die Jugendarbeit ist gestartet

Date23.11.2011
mediumAusserschwyzer Zeitung für den Bezirk March
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Die Jugendarbeit ist gestartet

Vor einem halben Jahr sagte das Märchler Stimmvolk Ja zur bezirksweiten Jugendarbeit. Anfangs dieses Monats nun hat das Jugendbüro seinen Betrieb aufgenommen. Nebst ersten Aktivitäten steht vor allem die Vernetzung im Vordergrund.

March. – «Für die 13- bis 17-Jährigen bestehen in der March nur wenige geeignete Treffpunkte und Freizeitangebote», schildert Thomas Mächler, der neue Jugendkoordinator, die momentane Situation.
Dieser bekannten Problematik angenommen hatte sich bereits 2008 die Arbeitsgruppe «Jugendarbeit», deren Vorlage von den Märchler Stimmbür- gerinnen und Stimmbürgern jedoch abgelehnt wurde. In der Folge schlug die SVP March ein neues Jugendprojekt vor, das im Gegensatz zur ersten Vorlage auf die mobile, aufsuchende Jugendarbeit sowie auf den Aufbau eines Jugendtreffs verzichtet. Der Verpflichtungskredit von knapp 620 000 Franken für eine dreijährige Startphase des Projekts wurde im Mai dieses Jahres bewilligt.

«Bestehende Ressourcen nützen»

Die Jugendarbeit werde in die drei Bereiche «Jugend im Verein», «Jugend und Freizeit» sowie «Schule und Beruf» aufgegliedert, erklärt Projektleiter Arun Müller von der Stiftung idée:sport. Für die beiden erstgenannten Bereiche zuständig ist der junge Lachner Thomas Mächler, der sich nach seinem ETH-Studium zum Sportlehrer weiterbilden lässt und dadurch das nötige sportpädagogische Wissen mitbringt. Mächlers Aufgaben liegen vor allem im Bereich der Gestaltung und Durchführung von Projekten. «Es ist wichtig, die bestehenden Ressourcen zu nützen», weiss der Jugendkoordinator. Die March verfüge über zahlreiche Vereine, die bereits einen grossen Beitrag zur Jugendarbeitleisten. Ziel sei es nun dieseVereine sowie auch andere Organisationen und Institutionen in der March zu informieren und wenn möglich mit ins Boot zu holen. Gerade in der Anfangsphase werde die Vernetzung grossgeschrieben, betont Mächler, der selbst Mitglied des Turnvereins Galgenen ist. So ist das Jugendbüro nicht nur Anlauf- und Koordinationsstelle für Jugendliche, sondern auch für Eltern und Vereine, die ein Anliegen in Sachen Jugendarbeit haben. «Wir möchten eine zentrale Drehscheibe sein», bringt Gesamtleiter Müller die Aufgabe des Jugendbüros auf den Punkt.

«Midnight Move» in Buttikon

Dass das Zusammenwirken von Jugendlichen und Vereinen bestens funktioniert, hat das Projekt «Midnight Fun» in Altendorf – mittlerweile ein eigener Verein – bewiesen. Den Jugendlichen stehen dort samstagabends in der Turnhalle jeweils verschiedene Bewegungsangebote zur Verfügung. Dass durchschnittlich über hundert Jugendliche pro Abend erscheinen, zeigt die grosse Nachfrage nach diesen Veranstaltungen.
Um auch jungen Menschen in der Obermarch solche Aktivitäten bieten zu können, wurde analog das «Midnight Move» in Buttikon ins Leben gerufen, das im nächsten Januar mit vorerst 14 Veranstaltungen starten wird. Das «Midnight Move» sei in erster Linie ein Treffpunkt, wo sich Jugendliche am Samstagabend zu Sport und Spiel treffen können, erklärt Thomas Mächler.

Wenn aber Jugendliche Ideen für eigene Projekte haben, sind sie beim Jugendbüro March ebenfalls richtig.

«Wir können mit Infrastruktur und Wissen unterstützen, können begleiten und Kontakte vermitteln»,
sagt die neue Jugendberaterin Isabelle Lenggenhager. Das Jugendbüro übernehme jedoch nicht ganze Projekte, sondern suche vielmehr die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Als Präsidentin des Ferienpasses March und Mutter von vier Kindern ist Lenggenhager «in die Beratungssituation reingerutscht» und kann von einem grossen Netzwerk profitieren. Sie betreut jedoch nicht nur Projektideen sondern bietet im Sinne des dritten Pfeilers «Schule und Beruf» ab Januar auch Beratungen für Jugendliche an. Dort kann von privaten über schulische und berufliche Pro- bleme und Herausforderungen alles besprochen werden. So könnten beispielsweise Bewerbungsschreiben oder -gespräche geübt werden.
Lenggenhager sieht ihre Beratungstätigkeit aber keineswegs als Konkurrenz zu den bestehenden Sozialdiensten. Auch hier werde ganz im Sinne des Mottos «Vernetzung» der Kontakt und das Miteinander gesucht.

Noch keinen Raum gefunden

Was dem Team noch fehlt, ist ein passender Raum, in dem das Jugendbüro unterkommen kann. «Die Suche nach einem möglichst niederschwelligen Büro, das zentral in Lachen gelegen ist, gestaltet sich schwierig», bedauert Projektleiter Arun Müller. Mehrere Vermieter seien in letzter Minute ab- gesprungen. Ziel ist es, dass Jugendliche, Eltern, Vereine, Organisationen und andere Interessierte in einem solchen Büro gleichermassen ein- und ausgehen können. Bis der passende Raum gefunden ist, gastiert das Jugendbüro beim Ferienpassbüro im alten Gemeindehaus.

Kontakt mit dem Jugendbüro

Wer mit dem Jugendbüro in Kontakt treten möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen tun. So ist neben persönlichen oder telefonischen Gesprächen (Telefonnummer 055 442 38 11) der Besuch der Facebook-Seite oder der Homepage www.jugendbueromarch.ch möglich. Die Website beinhaltet nebst Information und Öffnungszeiten einen Veranstaltungskalender, der über anstehende Anlässe in der March informiert. Auch eine Treffpunktliste, die Jugendlichen verfügbare Räume für selbstorganisierte Treffen aufzeigt, sowie eine Übersicht über Ferienjobs sollen entstehen.
Für das Team des Jugendbüros heisst dies eine ganze Menge Arbeit. Eine Arbeit aber, auf die sich Isabelle Lenggenhager freut: «Ich hoffe auf viele spannende Begegnungen.» Und auch Thomas Mächler freut sich, «den Spass der Jugendlichen zu sehen, wenn sie selber aktiv etwas erreichen können.» Deshalb sei es jetzt besonders wichtig, dass die Präsenz des Jugendbüros spürbar werde. (ik)

Anlässe

Das Jugendbüro wartet bereits mit ersten Aktivitäten auf. So lädt das Team am 3. Dezember am Dorfmärt in Lachen zu Punsch und Gesprächen rund um die Jugendarbeit ein. Ebenfalls vertreten ist das Jugendbüro am 17. Dezember an der Eis-Disco. Ein erster Anlass zur «Pulsmessung» der Jugend- lichen findet im April statt. Dann sollen die jungen Menschen über ihre Wünsche, Ideen und Vorstellungen reden können, woraus sich im besten Fall wiederum neue Projekte ergeben. (ik)