

Urnäsch schlägt mit einem Jugendprojekt neue Wege ein. Mit «Midnight Sports Säntis» bieten die Verantwortlichen des Gemeinderats und der Jugendkommission den Jugendlichen einen Ort, um Erfahrungen im Ausgang zu sammeln. BRUNO EISENHUT URNÄSCH.
«Wir wollen den Jugendlichen im Dorf einen Platz bieten», betont Gemeinderätin Doris Brunner. Als Vertreterin des Gemeinderates ist sie nicht nur Mitglied der Urnäscher Jugendkommission, sondern steht dieser zugleich als Präsidentin vor. Ob der Urnäscher Jugendlichen kommt Doris Brunner ins Schwärmen: Es sei eine Freude, mit ihnen zusammenzuarbeiten, die Jungen seien engagiert bei der Sache. Nun freut sich die Gemeinderätin auf die Lancierung des Projekts «Midnight Sports Säntis» am Samstag, 21. Januar. Die offizielle Eröffnung erfolgt einige Abende später - im Februar.
In der Turnhalle Feld erwartet die Jugendlichen an 15 Samstagen, von Januar bis April, ein organisiertes Treffen, um Sport zu treiben, aber auch um Musik zu hören und zu «chillen». «Der Eintritt für die Jugendlichen ist gratis», erklärt Projektleiter Roger Bodenmann. Teilnehmen können Mädchen und Buben ab dem Oberstufenalter bis zum 18. Lebensjahr. Eine vorgängige Anmeldung sei nicht nötig, so der Projektleiter. Ebenso können die Jugendlichen erscheinen und gehen, wann sie wollen. Geöffnet seien die Räumlichkeiten von 20 Uhr bis 23 Uhr. Es gelten aber auch einige Regeln, erklärt Roger Bodenmann: Alle Besucherinnen und Besucher müssen sich beim Eingang einschreiben lassen. Damit wolle man eine statistische Erfassung für die künftige Planung machen. Im weiteren herrsche in der Halle und auf dem Areal striktes Alkohol- und Rauchverbot.
Der Projektleiter ist vor dem ersten Midnight-Abend aber realistisch: «Wir wollen die Jugendlichen bis zum 18. Altersjahr ansprechen. Somit können und wollen wird das Thema Tabak und Alkohol nicht aussen vor lassen.» Eine Raucherecke steht den über 16-Jährigen zur Verfügung. Roger Bodenmann verdeutlicht aber, dass für alle unter 16-Jährigen ein striktes Alkohol- und Rauchverbot gelte. Bei den älteren Jugendlichen versuche man mit Präventivmassnahmen auf die Suchtrisiken hinzuweisen.
Sport und Freizeit am Abend Im Zentrum der Midnight-Abende steht der Sport. In wechselnder Mannschaftszusammensetzung können die Jugendlichen Fussball, Unihockey, Basketball oder andere Mannschaftssportarten spielen. Damit der Treffpunkt auch für minder Sportinteressierte etwas zu bieten hat, organisieren die Verantwortlichen Tanzworkshops und einen DJ-Posten. Ein Team von sechs bis acht Personen sorgt mit seiner Anwesenheit für einen geordneten Ablauf. Nebst dem Projektleiter wird der Treffpunkt von einem Seniorcoach und vier Juniorcoachs betreut. Letztere zeichnen nebst dem DJ-Posten verantwortlich für den Kiosk, den Betrieb in der Halle und den Eingangsbereich.
Der Seniorcoach sorgt für Ordnung im Aussenbereich und unterstützt den Projektleiter in der Koordination der Kontrolle. Projektleiter Roger Bodenmann betont, dass die Jugendlichen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Abendprogramms gemessen. Mehr noch: «Wir freuen uns über die Ideen der Jugendlichen», so Roger Bodenmann. Der Treffpunkt Midnight sei nicht als Konkurrenz für die Dorfvereine zu betrachten. «Im Gegenteil, wir bieten den Vereinen die Möglichkeit, ihr Vereinsleben und ihre Tätigkeiten den Jugendlichen vorzustellen.»
Nicht nur für Urnäscher Jugend
Urnäsch ist die erste Gemeinde in Ausserrhoden, welche das nationale Projekt der Stiftung «idee:sport» umsetzt. Die Projektverantwortlichen versuchen dieses auch den Jugendlichen der umliegenden Gemeinden schmackhaft zu machen. «Dabei stellen Kantonsgrenzen für uns kein Hindernis dar», vermerkt der Projektleiter. Aus Hundwil, Waldstatt und Stein sei bereits Interesse an Besuchen signalisiert worden, aber auch aus Gonten habe man positive Signale bekommen, so Roger Bodenmann.
Während der 15 Abende umfassenden Versuchsphase gilt es für die Gemeinde, Erfahrungen zu sammeln. Als Ziel setzen sich die Organisatoren eine durchschnittliche Besucherzahl von 25 bis 30 Jugendlichen. Das Projekt sei zusammen mit der Jugendkommission gut vorbereitet worden, sagen die Organisatoren. Die Tatsache, dass für die Midnight-Abende ein umfassender Notfallplan existiert, bestätigt die Aussage der Midnight-Organisatoren.
Helfer gesucht
Für die Midnight-Abende sucht Projektleiter Roger Bodenmann noch einige freiwillige Helfer. Personen ab dem 18. Lebensjahr können die Funktion eines Seniorcoachs übernehmen, Jugendliche können sich als Juniorcoach zur Verfügung stellen. Gemäss Projektleiter kommen Freiwillige zu einem bis zwei Einsätzen während der viermonatigen Versuchsphase.