Programm Open Sunday, Coach-Reunion

Sonntags war er ein kleiner Chef

Date03.04.2012
mediumZH Unterländer
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BÜLACH. Der 14-jährige Colin Schär hat in den letzten drei Monaten den Sonntagnachmittag jeweils damit verbracht, Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren Spiel und Spass zu ermöglichen. Die Freude der Kinder war seine Motivation.

Vergangenen Sonntag in einer Stadtzürcher Turnhalle: Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren spielen Unihockey oder Fussball und lauschen einem DJ. Die Jungen sind sogenannte «Juniorcoaches», die während der letzten drei Monate am Open Sunday (siehe Kasten) mitgearbeitet haben und nun zu einem Abschlussanlass eingeladen wurden. Einer dieser Juniorcoaches ist der Bülacher Colin Schär.

Vom Open Sunday erfahren hat er von seiner Religionslehrerin. «Sie hat uns vom Projekt erzählt und gesagt, dass wir dabei nicht nur unser Sackgeld aufbessern können, sondern am Schluss auch noch ein Diplom erhalten», erklärt Colin. Dieser finanzielle Zustupf war dann auch die Motivation für den 14- Jährigen. Bald schon habe aber vor allem der Spass im Vordergrund gestanden. «Die Kinder waren wahnsinnig motiviert und auch der Kontakt mit den anderen Juniorcoaches war toll, ich habe ein paar Freundschaften geknüpft.» Aber auch das Leiten der Spiele habe ihm viel Spass bereitet.

Und: Er hatte alle Hände voll zu tun, schliesslich kamen pro Sonntag rund 70 Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren in die Turnhalle des Bülacher Schulhauses Hohfuhri. Colin war vor allem in der Halle mit den Ballspielen - Fussball, Basketball und Unihockey - anzutreffen. «Es war schön, zu sehen, wie sich Sechstklässler beim Fussballspielen zurückgehalten haben, damit auch mal ein Zweitklässler ein Goal schiessen konnte. Die Freude der beiden über ihr Tor hat auch mir Motivation gegeben, mich weiterhin zu engagieren.»

Sich Respekt verschaffen
Zwischendurch musste sich Colin aber auch durchsetzen, beispielsweise wenn ein Kind mal respektlos war. Auch mit dem geringen Altersunterschied von nur zwei Jahren zwischen ihm und den Sechstklässlern war nicht immer ganz einfach umzugehen. Wie man sich in verschiedenen Situationen am besten verhält, hat Colin aber vor dem ersten Open Sunday in einem Kurs gelernt. «Wir haben verschiedene Rollenspiele gemacht. Das hat mir anschliessend geholfen, mit unterschiedlichen Situationen umzugehen», erläutert Colin. Im Grossen und Ganzen sei die Stimmung aber immer sehr gut gewesen, auch unter den Kindern habe immer ein gutes Klima geherrscht. «Nur einmal wurde ein Sechstklässler respektlos und beleidigend. Die Projektleiterinnen mussten ihn dann nach Hause schicken und er durfte nicht wiederkommen.»

Ein Diplom für den Lebenslauf
Verdient hat der Bülacher pro Nachmittag 30 Franken. Hätte er sich allerdings zu spät abgemeldet oder wäre nicht gut mit den Kindern umgegangen, wäre auch eine Kürzung auf 20 Franken möglich gewesen. Und schliesslich hat Colin am Ende ein Diplom erhalten. Dieses bescheinigt seinen Kursbesuch sowie seine Leitertätigkeit. «Das macht sich sicher gut, wenn ich das meinem Lebenslauf beilegen kann», meint der 14- Jährige in Hinblick auf künftige Bewerbungen.
Colin hofft, dass der Open Sunday auch nächstes Jahr wieder in Bülach stattfindet. «Ich wäre sofort wieder als Juniorcoach dabei», erzählt er begeistert.

I OPEN SUNDAY
Der Open Sunday wurde von der Stiftung idee:sport ins Leben gerufen, die bereits Midnight Sports lanciert hat. Am Open Sunday bieten die Projektleiter zusammen mit den Juniorcoaches Kindern im Alter von sieben bis zwölf Jahren die Möglichkeit, während der Wintermonate am Sonntagnachmittag in einer Turnhalle Sport zu treiben. In Bülach standen die Türen des «Böswlsli» und des «Hohfuri» offen.

Die Juniorcoaches stellen die Spielelandschaften auf, organisieren den Zvieritisch und übernehmen Leitungsfunktionen. Die 14- bis 16-Jährigen lernen dabei, zuverlässig zu sein, Verantwortung zu übernehmen und in einem Team zu arbeiten. Damit sollen sie auch auf die bevorstehende Berufswelt vorbereitet werden.

Ob der Open Sunday auch nächstes Jahr wieder in Bülach angeboten wird, ist noch unklar. Derzeit steht man noch in Verhandlung mit der Stadt Bülach. (th)